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Zwischen Zwei Flüssen: Sudans Blütezeit

Die musikalische Blütezeit Khartums in den 70er und 80er Jahren war eine Ära der Innovation und kulturellen Strahlkraft, die weit über die Grenzen Sudans hinausreichte. Die Stadt entwickelte sich zu einem Zentrum musikalischer Kreativität, das den gesamten afrikanischen Kontinent beeinflusste. 

Diese goldene Ära fand 1989 ein jähes Ende, als Omar al-Bashir durch einen Militärputsch an die Macht kam. Seine religiös geprägte Regierung verbot Musik und verfolgte Künstler, da Kultur und Politik in Sudan eng verwoben waren.  Teil des kulturellen Erbes driftet über die 30 Jahre von al-Bashirs Regime in Vergessenheit.  

Ostinato Records hat mit "Two Niles to Sing a Melody – The Violins & Synths of Sudan" eine beeindruckende Kompilation sudanesischer Musik veröffentlicht. Das Album präsentiert 16 Tracks, die die goldene Ära der Musikszene Khartums in den 1970er bis 1990er Jahren einfangen. Von hypnotischen Geigen- und Akkordeonklängen der 70er bis zu Synthesizer-Sounds der 80er und 90er spiegelt die Sammlung die vielfältige musikalische Landschaft Sudans wider. 

Wir widmen uns diesem Compilation Album in ganzer Länge, gehen etwas in die Geschichte Sudans ein, und begutachten das Compilation Album als Medium um Musik zu releasen mit einem etwas kritischen Blick – hier kannst du die Sendung nachhören: 

Galbi La Tahwa Tani 

"Galbi La Tahwa Tani" (Mein Herz, verliebe dich nicht wieder) von Samira Dunia verkörpert die reiche musikalische Tradition Sudans und zeigt gleichzeitig den kosmopolitischen Charakter der Hauptstadt Khartum in den 1970er und 80er Jahren.  

Samira Dunia, deren bürgerlicher Name Fatima Mohamed Ibrahim Abdelgadir ist, präsentiert mit ihrer kraftvollen Stimme eine Mischung aus sudanesischen Melodien und Bollywood-Einflüssen.  

Die Bollywood-Inspiration ist in den schwungvollen Geigenpassagen und den dramatischen Gesangslinien deutlich zu hören. Man erinnert sich an große indische Filmsoundtracks. Der Text des Liedes, geschrieben von Aisha Al Tahir Badr, spiegelt die emotionale Tiefe wider, die für sudanesische Musik charakteristisch ist 

"Galbi La Tahwa Tani" ist ein Beispiel für die kulturelle Vielfalt Sudans und zeigt, wie externe Einflüsse in die lokale Musikszene integriert wurden. Das Lied ist Teil eines größeren musikalischen Erbes, das durch politische Umwälzungen bedroht war, aber dank Kompilationen wie "Two Niles to Sing a Melody" bewahrt und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. 

Igd Allooli

Die Musik aus Sudans kultureller Blütezeit zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus traditionellen sudanesischen Klängen und modernen Einflüssen aus. In den 1970er Jahren dominierten hypnotische Geigen- und Akkordeonklänge die Orchestermusik, während in den 1980er Jahren Synthesizer und Drumcomputer Einzug hielten. 

Saied Khalifa, der Performer, Texter und Komponist von "Igd Allooli" (Die Perlenkette), war ein hochgeschätzter Künstler seiner Zeit. Es wird sogar berichtet, dass er einer der wenigen Sänger war, die den äthiopischen Kaiser Haile Selassie zum Lächeln brachten – wie wahr das ist, lässt sich natürlich nur schwer verifizieren. 

"Igd Allooli" wurde in den 1970er Jahren in Khartum aufgenommen. Der Song ist ein Beispiel für die vielfältige musikalische Landschaft Sudans, die von den tiefen Kicks der Tum-Tum-Trommeln und nubischen Rhythmen geprägt ist. Dieses musikalische Erbe gewann nicht nur in Sudan, sondern in ganz Afrika und der arabischsprachigen Welt an Popularität.  

Playlist

Emad Youssef – Al Bareedo Ana (The One I Love) 

Abdel Aziz El Mubarak – Ma Kunta Aarif Yarait (I Wish I Had Known) 

Kamal Tarbas – Min Ozzalna Seebak Seeb (Forget Those That Divide Us) 

Madjzoub Ounsa – Arraid Arraid Ya Ahal (Love, Love Family) 

Khojali Osman – Malo Law Safeetna Inta (What If You Resolve What’s Bentween Us?) 

Zaidan Ibrahim – Ma Hammak Azabna (You Don’t Care About MySuffering) (Live) 

Saied Khalifa – Igd Allooli (The Pearl Necklace)  

Taj Makki – Ma Aarfeen Nagool Shino! (We Don’t Know What to Say!) 

Hanan Bulu Bulu – Alamy Wa Shagiya (My Pain and Suffering) 

Abdelmoniem Ekhaldi – Droob A Shoag (Paths To Love) 

Samira Dunia – Galbi La Tahwa Tani (My Heart, Don’t Fall in Love Again) 

Mohammed Wardi – Al Sourah (The Photo)
Abdullah Abdelkader – Al Zaman Zamanak (It’s Your Time)  

Mustafa Modawi & Ibrahim El Hassan – Al wilaid Al Daif (The Youth Who Came as a Guest) 

Ibrahim El Kashif – Elhabeeb Wain? (Where is My Sweetheart?) 

Mohammed Wardi – Al Mursal (The Messenger) 

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