AUX

Einzigartig & nischig - septacore im AUX

Nu Nu Metal? oder einfach septacore?

Wenn das Soloprojekt von Jonathan von Siebenthal mit dem Namen septacore in ein Genre reinpassen müsste, müsste man es neu erfinden. Und das bei jedem neuen Track-Release. septacore erzählt davon, dass they sich musikalisch gerne neu erfindet. So finden sich im Soundbild Eigenschaften verschiedenster Genres wieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am ehesten sollten Nu Metal und Electroclash mit septacores Sound in Verbindung gebracht werden, denn Punk und Metal Elemente werden mit Hiphop und Elektronischer Musik vermischt.

Und trotzdem finden sich in their Songs Gemeinsamkeiten. Grundsätzlich braucht es für Texte von Jonathan nämlich etwas Düsteres. Dabei sind die Instrumentals, die they selbst produziert, stets tanzbar. Auch ein bisschen Brutalität darf bei septacore nicht fehlen.

Dass so ein sanftes Wesen hinter dem energetischen und düsteren Sound steckt, ist kaum zu glauben, doch genau das zeigt sich im AUX-Talk. Neben dem Soloprojekt septacore ist Jonathan von Siebenthal noch in zwei Bands vertreten. Musikalisch sind Robot Dog Funeral, wie auch Deep Fried Galaxy einzigartige Projekte in der Zentralschweiz.


"Das Leben ist nicht so traurig wie meine Musik"

Mit einer positiven Energie schaut Jonathan von Siebenthal auf die bereits geschrieben Songtexte zurück. Eine Gewisse Emo-Punk Attitude ziehen sich durch Jonathans Songtexte und Vocal Performances hindurch. Viel Schmerz un Trauer ist dabei rauszuhören. Speziell auf dem Debut Album von Robot Dog Funeral mit dem Titel Dead Inside, bei dem Jonathan nicht nur mit der Bassgitarre, sondern auch am Mikrofon zuhören ist.

Weltschmerz trifft auf Emotionale struggles, aufgearbeitet in rebellischen und gesellschaftskritischen Lyrics. Und dieses Mal ist es Sound für Metal, Post-Punk, Psychedelic-Rock und Indietronica Enthusiast*innen. Die musikalische Bandbreite, die Jonathan von Siebenthal bedient ist unglaublich. Das wiederum zeigt sich im Soloprojekt septacore auf extreme Art und Weise.


"Immer auf der Suche beschreibt es sehr gut. Ich wiederhole mich nicht gerne und liebe eine so grosse Bandbreite an Musik "



Von Klassik, zu Punk, zu Nu Metal, zu Trap, zu Indie Rock, zu Hyperpop: So in etwa sieht die musikalische Reise von Jonathan seit der Kindheit aus. Und grosse Teile dieser Bandbreite zeigen sich auch im Sound von septacore wieder. Manchmal geht ein Song mehr in Richtung Futurepop, mal mehr in Richtung Darkwave. Und welche Art von Musik in Zukunft erscheinen wird, liegt in den Sternen.

Auch Indie-Rock?

septacore erzählte auch, was beim Trio Deep Fried Galaxy abgeht. Dort spielt they auch Bass. Dort liegt das letzte Projekt schon eine Zeit zurück. Doch genau gleich wie beim Soloprojekt septacore soll in Zukunft neue Musik erscheinen - HYPE!



"Ich höre so viel Verschiedenes. Für mich gibt es keine einzige Blockade mehr in der Musik."


Dabei ist es aber schwierig, sich in einer Szene zuzuordnen. Wo gehört Jonathan von Siebenthal so richtig dazu? Sicher zur Musikszene von Solothurn! Aber als Teenager*in erscheint einem eine Szene-Zugehörigkeit oft wichtiger als später als junge Erwachsene Person.

So war das auch für Jonathan. Bei den Punker*innen und den Metaler*innen fühlt sich they zu Hause. Das rebellische und teils anarchistische, was die Musik und die Szene dahinter prägt, prägte auch das Leben von Jonathan.


"Ich wollte ja nicht so sein wie alle anderen "


So erzählt septacore von Geschichten auf dem Pausenhof, wo they eben nicht Populäre Trap-Musik hörte, sondern eher den "edgy vibe" suchte. Erst mit der Zeit erkannte Jonathan, was den Menschen an Hip-Hop gefällt und wurde immer mehr "open-minded". So finden sich nun auch New-Age-Rap Einflüsse in der eigenen Musik wieder.

(cute) Jonathan von Siebenthal alias septacore (Bild: Radio3FACH)

Der Spiegel

Als Multigenre Artist und als Multiinstrumentalist*in streckt Jonathan von Siebenthal die Fühler in alle Richtungen. Rap, Gesang, Bassgitarre, Cello, Produzieren und Beats machen stehen bei septacore an der Tagesordnung. (Also sicher eines davon ^^) Bei dieser grossen Vielseitigkeit war auch eine vielseitige Playlist zu erwarten. Und trotzdem fanden sich Gemeinsamkeiten.


Ich habe immer Musik stark gefunden, wenn sie Haltung zeigt und sich nicht versteckt [...] die Frage ist nur, ob man sich traut eine eigene Meinung zu haben und etwas zu ändern, wenn etwas zu ändern ist.


Die Texte setzen septacore einen Spiegel vor. Einen Spiegel, der die eigenen Best-Case Szenarios im Kopf mit der brutalen Realität gegenüberstellt.


Playlist:

Deconvolution – Sanctimonious 

Bring Me The Horizon - It Never Ends 

Casper – Michael X 

Beach House – Myth 

Hannah Jadagu – Say It Now 

Bilderbuch – Golden Retriever 

Soukey, DASHCAM*DEVI – FUCK 

Massive Attack, Horace Andy – Angel 

TEMMIS – ICE 579 

Alexia Thomas – Welcome to Peace 

glitchBABY, DASHCAM*DEVI, HATEPOP – SAILOR MOON 

A. G. Cook – Soulbreaker 

100 gecs – mememe 

Camille Saint-Saëns – Carnival of the Animals: The Swan 

KUOKO – LOSER 

strongboi – strongboi 

Tyler, The Creator – I THINK 

Asake – 2:30 

Little Simz – Gorilla 

Moonpools – Never Mind 

Yuri – Kayumari 

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